GFI Europe: Alternative Proteinquellen bei deutschen Verbrauchern immer beliebter

 
 
 

A consumer buying plant-based products Foto:gfieurope

Deutsche Verbraucher essen immer weniger Fleisch, während das Interesse an pflanzlichen sowie kultivierten Alternativen kontinuierlich zunimmt — dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut OpinionWay im Auftrag des Good Food Institute Europe (GFI Europe) durchgeführt hat.

Für die Umfrage wurden 4.096 Verbraucher in mehreren europäischen Ländern bezüglich ihrer Einstellung zu Fleisch sowie zu Alternativen Proteinquellen befragt. Das Ergebnis: Pflanzenbasierte Produkte werden bei den Deutschen immer beliebter und auch gegenüber Cultivated Meat sind sie aufgeschlossen. 

Weniger Fleisch für mehr Tier- und Klimaschutz 

50 Prozent der deutschen Verbraucher gaben an, heute weniger Fleisch als noch vor fünf Jahren zu essen und jeder Vierte, dass bei ihm pflanzliche Alternativen mindestens einmal pro Monat auf dem Tisch landen. 25 Prozent der Befragten haben sich zudem vorgenommen, künftig mehr Plant-based Produkte zu essen und gleichzeitig wollen rund 30 Prozent Ihren Konsum von Schweinefleisch, Rindfleisch und Wurstwaren im Allgemeinen weiter reduzieren. Die Hauptgründe für den Verzicht sind insbesondere der Tier- sowie der Umwelt- und Klimaschutz. “Die Menschen in Deutschland greifen immer häufiger zu pflanzlichen Fleisch- und Wurstwaren”, so Ivo Rzegotta, Public Affairs Manager beim GFI Europe. “Indem wir stärker auf diese nachhaltigen Optionen setzen, können wir die Umweltbelastung unseres Ernährungssystems deutlich verringern.”

Das Umweltpotenzial einer nachhaltigen Agrar- und Ernährungswende bestätigt auch die Studie “The Untapped Climate Opportunity in Alternative Proteins” der Boston Consulting Group und des Impact-Investors Blue Horizon. Demnach ist das Lebensmittelsystem für etwa 26 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, wobei die Produktion von tierischen Lebensmitteln hiervon etwa 15 Prozent ausmacht. Die Investition in eine Umstellung auf Alternative Proteine spart deshalb laut Boston Consulting und Blue Horizon pro investiertem US-Dollar die meisten Emissionen und ist mindestens doppelt so effektiv wie Investitionen in die Dekarbonisierung des Bau- oder des Verkehrssektors.

Dass Konsumenten zunehmend den Einfluss ihres Essverhaltens auf Klima und Umwelt erkennen, bestätigt die Umfrage des GFI Europe. So gaben rund 60 Prozent der hierzulande Befragten an, dass die Tierhaltung ihrer Meinung nach zu viele natürliche Ressourcen in Anspruch nimmt, und dass es zum Verbrauch von konventionell hergestelltem Fleisch und Fisch nachhaltige Alternativen braucht.

Mehr staatliche Förderung für Cultivated Meat gewünscht 

Neben pflanzlichen Produkten war den Deutschen auch Cultivated Meat ein Begriff. Dabei handelt es sich um eine Fleisch-Alternative, bei deren Herstellung tierische Zellen durch die Zuführung von Nährstoffen und Wärme in sogenannten Fermentern vermehrt werden. Auf molekularer Ebene ist das Endprodukt daher nicht von konventionellem Fleisch zu unterscheiden. Allerdings ist seine Herstellung laut aktuellen Erkenntnissen deutlich klima- und ressourcenschonender.

69 Prozent der von OpinionWay befragten Deutschen gaben an, schon einmal von Cultivated Meat gehört zu haben. 56 Prozent wünschten sich zudem, dass der Staat seine Entwicklung aktiv fördert und 57 Prozent würden das Produkt kaufen, wenn es im deutschen Einzelhandel erhältlich wäre (unter den Befragten unter 25 waren es sogar 82 Prozent).

Interesse an Cultivated Meat bestand zwar auch in den anderen Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, jedoch ist in Deutschland die Offenheit besonders hoch. Trotzdem fehlt es hierzulande bislang an öffentlichen Investitionen in die Entwicklung von kultivierten Alternativen, während z.B. in den Niederlanden, Norwegen und Spanien in den vergangenen Monaten erhebliche staatliche Fördermittel für den Sektor freigegeben wurden. “Um das volle Potenzial von pflanzlichem und kultiviertem Fleisch zu heben, müssen die Produkte weiter verbessert und die Produktionskosten reduziert werden. Das ist kein Selbstläufer, sondern braucht politische Unterstützung”, erklärt Ivo Rzegotta. “So wie der Staat massiv in die Energiewende und die Transportwende investiert hat, sollte er dies auch bei der Ernährungswende tun – mit öffentlichen Mitteln für Forschung zu Alternativen Proteinquellen und mit fairen Wettbewerbsbedingungen für diese Optionen.” 

Quelle: https://gfieurope.org/de/blog/most-consumers-in-western-europe-want-alternatives-to-conventional-meat-survey-shows/


Quellen: BalPro

Von : Michelle König

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